Bienen-News (1): Ankommen und schauen. Oder: der insektenfreundliche Garten

Bienen-News (1): Ankommen und schauen. Oder: der insektenfreundliche Garten

(c) Fotos: pexels

Wegen der Coronapandemie hat sich das tägliche Leben für uns ziemlich stark verändert. So stehen auch unsere Bienenvölker in diesen Zeiten – bis der Unterricht in gemischten Gruppen wie der Bienen-AG wieder stattfinden kann – in Kolenfeld bei Martin Koloff, dem Vorsitzenden des Imkervereins Wunstorf. Dort ist ihre Betreuung und Pflege derzeit einfacher zu organisieren, als bei uns auf dem Schulgelände.

Unsere Bienenvölker arbeiten trotzdem eifrig. Wie jedes Jahr legt die Königin viele Eier. Die Brut wird von Arbeiterinnen bis zum Schlüpfen gepflegt und versorgt. Drohnen gehen ihrer Befruchtungstätigkeit nach und viele Arbeiterinnen sammeln reichlich Nektar und Pollen. Nach diesem milden Frühling, war bereits kurz nach Himmelfahrt die Zeit für die erste Honigernte gekommen. Am 26. Mai trafen wir (Timm, Mariam und Frau Piefkowski) uns als Vertreter der Bienen-AG bei Martin Koloff, um unseren ersten Honig dieses Jahres zu schleudern.

Schon vor dem Haus empfängt den aufmerksamen Besucher ein wundervoller Duft, der Frau Piefkowski an ihre Kindheit und den Garten ihrer Großeltern erinnert. Es sind die duftenden, pollenreichen Moosrosen centifolia muscosa und die rose de resht. Sie blühen nur ein Mal jährlich; in dieser Zeit werden sie gerne von Bienen und Hummeln besucht.

Geht man dann den Gartenweg entlang, gelangt man in den hinteren Garten, in dem nun neben den Bienenvölkern der Familie Koloff, seit zwei Sommern auch ein Schüler unserer Schule (ehemaliges Mitglied der Bienen-AG) sein Volk zur Pflege stehen hat. Er ist mit seiner Familie Mitglied des Imkervereins Wunstorf und kommt mehrmals wöchentlich hierher, um sich um seine Bienen zu kümmern.

Auch unsere zwei Bienenvölker stehen zur Zeit ja hier. Auf dem Weg zu ihnen könnten wir viele Insekten beobachte; sie sitzen auf dem nektarreichen Beinwell, schwirren um die Akeleipflanzen (viel Nektar und Pollen), die sich in ihren verschiedenen Farben schnell ausbreiten, da sie sich nach der Blüte selbst aussäen; die nektar- und pollenreichen Himbeeren und Brombeeren besuchen sie ebenfalls gerne. Der Salbei ist für die Hummeln eine reichhaltige Nektar- und Pollenquelle. Zu den spätblühenden Pflanzen, die bei Bienen sehr beliebt sind, gehört Chrysanthemum vulgare (Rainfarm). So könnten wir hier noch so einige Pflanzen aufzählen, aber zum Beobachten der Insekten waren wir ja heute nicht hierher gekommen. Für die Gestaltung unseres neuen Schulgartens sind das jedoch wertvolle Informationen, die wir uns merken können. Eine große Brombeerhecke haben wir ja dort zum Glück schon!

Doch plötzlich wundern wir uns sehr. Was soll das denn – und was machen die Bienen denn da in diesem Kübel, der unten mit Torf gefüllt und auf den einiges an Wasser gekippt wurde? Bei dieser Methode darf keine Wasseroberfläche entstehen. Der Torf wirkt wie ein Schwamm, aus dem – wenn er gut befeuchtet ist –, Insekten und unsere Bienen das Wasser aufsaugen können. Wichtig ist, dass die Insekten in ihrer Insektentränke gut landen können, also kann man auch, wie auf einem Teich, Blätter, die vom Farn eignen sich gut, auf eine offene Wasserfläche legen. In diesem Garten steht sie genau hier, in der Nähe der Pferdekoppel der Nachbarn, damit die Bienen nicht an den Tränken der Pferde trinken und sie damit vielleicht beunruhigen. Jeder Garten kann eine Insektentränke haben; leider regnet es ja des Öfteren nicht mehr genug.

Mehr erfahrt ihr in der nächsten Folge von „Neuigkeiten von unseren Bienenvölkern“.

Ein Tipp für alle Neugierigen unter euch: Interessante Informationen hierzu findet ihr schon jetzt in den Texten von uns (Mariam und Timm), die wir zu einigen Fotos unserer Arbeit dieses Tages, geschrieben haben.

Text von Mariam Seven, Timm Budek und Frau Piefkowski