Brasilien-Austausch: Von Wunstorf bis ans andere Ende der Welt 

Brasilien-Austausch: Von Wunstorf bis ans andere Ende der Welt 

2018 waren zwölf brasilianische Schüler bei Gastfamilien bei uns in Wunstorf. In den Herbstferien 2019 sind ein Dutzend Schüler der Evangelischen IGS zum Gegenbesuch nach Brasilien geflogen. Arne Krocker war mit dabei. 

Am Strand von Florianopolis  © Foto: Uwe Schwarting

Die Reise geleitet haben Uwe Schwarting und Lothar Brotkorb. Unsere Reise führte uns über Zürich nach Santa Catarina, wo wir nach elfeinhalb stunden angekommen sind. Von dort aus sind wir in unseren Zielort Florianopolis (ca. 1.100 km südlich von Rio) geflogen. Als wir mittags aus dem Flughafen kamen, schien die Sonne und es war echt heiß. Vom Flughafen sind wir mit einem kleinen Reisebus zu unserem Hotel gefahren. Dort haben wir uns in drei 4er-Gruppen aufgeteilt und sind in unsere kleinen Hütten eingezogen.

Den restlichen Tag konnten wir chillen oder an den Strand gehen. Am nächsten Tag haben wir nach dem Frühstück unsere Austauschschüler getroffen, eine Stunde später sind wir gemeinsam mit dem Bus in die Stadt gefahren. Dort haben wir dem brasilianischen Fernsehen ein Interview gegeben: Wir haben erzählt, was wir in Brasilien machen, wie wir hier her gekommen sind und wir haben über den Austausch gesprochen. Danach haben uns unsere Austauschschüler durch die Stadt geführt. Die Stadt ist riesig und hat rund 480.000 Einwohner – und es gab viele Möglichkeiten, um zu essen oder shoppen. Anschließend haben wir das Haus des Gouverneurs besichtigt, ein riesiges Anwesens mit großartiger Aussicht. Dort werden sogar Bienen gezüchtet. Von dort aus ging es an den Strand, wo wir unsere Strapazen der langen Anreise im Wasser oder in den Dünen abschütteln konnten.

Spektakulärer Baum in Florianopolis © Foto: Uwe Schwarting

Am nächsten Tag sind wir zu unseren Gastfamilien nach Maravilla gefahren. Wir mussten ziemlich früh aufstehen, da wir auf dem Weg noch Zwischenstopps gemacht haben – zum Beispiel auf dem Oktoberfest in Blumenau. Das ist eine große Stadt mit deutschen Wurzeln und Traditionen – dort wird jedes Jahr ein Oktoberfest gefeiert, so wir es aus Deutschland kennen. Als wir um zwei Uhr morgens in Maravilla ankamen, warteten unsere Gastfamilien bereits auf uns. Verständigt haben wir uns auf Englisch, da wir kein Portugiesisch können, und die wenigsten Brasilianer Deutsch sprechen.

Am nächsten Tag konnten wie entspannen. Ich war mit meinem Austauschüler in der Kirche, und am Nachmittag gab es ein großes Barbecue. Das ist da eine Tradition, jeden Sontag machen alle Familien ein Barbecue. Am Montag haben wir unsere Gastschüler mit in die Schule begleitet. Bei der Ankunft wartete auf uns eine große Überraschung: Die anderen Schüler haben uns zugejubelt, die Schulband spielte Lieder und die Cheerleader haben einen Fahnentanz aufgeführt. Den restlichen Tag haben wir bis etwas fünf Uhr nachmittags in der Schule verbracht, dort haben wir eigentlich alle Fächer mitgemacht.

Am Dienstag sind wir zu einer Amethysten-Höhle gefahren. Bevor wir in die Höhle gegangen sind, haben wir eine Kirche besucht, deren Innenwände aus Amethyst bestehen, sogar das Taufbecken war ein riesiger Amethyst. In der Höhle gibt es einen Weinkeller, in dem man Wein und Traubensaft kaufen kann – und direkt daneben die erste unterirdische Bierbrauerei der Welt, in der sechs Sorten Bier gebraut werden. Am Abend hatten wir unseren großen Auftritt und haben in einem großen Raum neben der Kirche für unsere Gastfamilien gesungen (“Take me home country roads”, “Westerland” von den Ärzten, “Du bist da wo Menschen leben”). Aber auch andere Leute sind aufgetreten, haben gesungen oder getanzt.

Die Wasserfälle Foz do Iguazu © Foto: Uwe Schwarting

Am Tag darauf durften wir auf einer Erdbeerplantage frische Erdbeeren vom Feld probieren sowie anschließend frischen Erdbeerkuchen essen und Erdbeersaft trinken. Nach dem Essen haben wir im Rathaus der Stadt Cunha Pora die “Prinzessinnen” kennen gelernt – das sind zwei Mädchen, die von der Stadt als schönste Mädchen gekürt worden sind. Sie bleiben für vier Jahre im Amt und repräsentieren die Stadt. Am Freitag haben wir Fragen der brasilianischen Schüler und Lehrer beantwortet, zum Beispiel was wir gerne essen oder wie es uns in Brasilien gefällt. Am Sonntag stand der Besuch einer großen Shopping Mall auf dem Programm. Nachmittags haben wir ein Fußballspiel in einem Stadion besucht. Das Wetter war zwar nicht ganz so gut, aber trotzdem hat es Spaß gemacht.

Am Montag waren wir nach der Schule ins Rathaus von Maravilla eingeladen – und am Dienstag erwartete uns an unserem letzten Schultag wieder eine Überraschung: Einige Schüler führten einen Tanz auf, den sie sich selbst ausgedacht hatten, anschließend haben wir Deutschen mit unseren Austauschschülern zu ,,Cotton Eye Joe“ getanzt. Am Ende sind fast alle Schüler auf die Tanzfläche gekommen und wir haben zu ,,So ein schöner Tag“ getanzt.

Der berühmte Zuckerhut in Rio © Foto: Uwe Schwarting

Nach dem Abschied von unseren Gastfamilien stand am nächsten Tag ein echtes Highlight auf dem Programm: die Fahrt zu den berühmten Wasserfällen Foz do Iguazu. Auf einer Breite von 2,7 Kilometern stürzen 275 Wasserfälle bis zu 82 Meter in die Tiefe. Pro Sekunde rauschen dort 1,5 Millionen Liter in die Tiefe. Dieses Erlebnis kann man gar nicht so richtig beschreiben, man muss es einfach selber erlebt haben.

Am nächsten Morgen mussten wir uns schweren Herzens von unseren Gastgebern verabschieden und sind nach Rio de Janeiro geflogen und haben den restlichen Tag an der Copacabana verbracht.

An unserem letzten Tag in Rio sind wir auf den Zuckerhut gefahren, von dort aus hatte man eine tolle Aussicht, zum Abschluss haben wir noch die berühmte Jesus-Statue besichtigt. Gegen 22 Uhr sind wir dann in den Flieger nach Zürich gestiegen, von dort sind wir wieder nach Hannover zu unseren Familien geflogen.

Text: Arne Krocker