Christian Bärmann: Über Sydney und Rio nach Wunstorf

Christian Bärmann: Über Sydney und Rio nach Wunstorf

© Foto: privat

Seit 2018 unterrichtet Christian Bärmann an unserer Schule Englisch und Sport. Bevor er Lehrer wurde, war er in der Medienbranche tätig. Wir wollten von ihm wissen, was genau er dort alles gemacht und warum er sich für den Berufswechsel entschieden hat. 

Sagen Sie mal, Herr Bärmann: Sie sind Quereinsteiger. Welchen Beruf hatten Sie, bevor Sie Lehrer geworden sind?

Ich war Journalist, Blattmacher und Autor.

Worüber haben Sie berichtet?

Ich hatte mich lange Zeit auf die Themen Sport und Literatur spezialisiert und dabei unter anderem von großen Sportereignissen und Buchmessen berichtet. Außerdem habe ich einige Manuskripte für Bücher und Hörbücher verfasst.

Mit Diskus-Olympiasieger Robert Harting bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.  © Foto: privat
Welche Bücher haben Sie geschrieben?

Ich war zum Beispiel Co-Autor eines Buches über die Hörspielserie „Die drei ???“ – das war schon deswegen toll, weil ich mit diesen Hörspielen und den Stimmen der drei Hauptdarsteller groß geworden bin. Viel Spaß haben mir aber auch die Hörbuch-Biografien über John F. Kennedy, Henry Ford sowie das Hörbuch-Feature über die Geschichte von der Geburt der USA gemacht.

Wie haben Sie sich dafür die ganzen Informationen besorgt?

Gerade für die Recherche zu den US-amerikanischen Themen war es großartig, dass ich mit meiner Frau und unseren beiden Söhnen einige Jahre in der Nähe von Boston gewohnt habe und vor Ort in den USA auch mit Zeitzeugen sprechen konnte.

Wen haben Sie denn gesprochen?

Zum Beispiel einen Mann, der 1963 am Tag der Ermordung von John F. Kennedy als Praktikant im Weißen Haus gearbeitet hat. Oder den Ur-Ur-Enkel von Henry Ford, der heute in Hollywood dafür sorgt, dass Ford-Autos in Filmen auftauchen.

Haben Sie auch richtig berühmte Menschen getroffen?

Naja, „richtig berühmt“ ist Ansichtssache. Und nicht jeder meiner Interviewpartner dürfte Euch noch etwas sagen, da viele von denen vor Eurer Zeit „berühmt“ waren – oder etwa nur etwa in bestimmten Randsportarten olympische Aufmerksamkeit genossen haben.

Was waren Ihre schönsten Erlebnisse als Journalist?

Es gab über die Jahre zu viele schöne Momente und Begegnungen, um nur einige Highlights hervorzuheben. Ganz besonders war aber, dass ich bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 meine Frau kennengelernt habe.

Dann ist Ihre Frau Australierin?

Nein, sie kommt aus dem Sauerland, war als Olympia-Touristin in Sydney und zufällig in der gleichen Unterkunft wie ich.

Kräftemessen mit Boxprofi Wladimir Klitschko 1999 in Hamburg © Foto: Uwe Tölle
Wieso haben Sie beschlossen, mit dem Journalismus aufzuhören und Lehrer zu werden?

Ich habe gemerkt, dass die Luft nach mehr als zwanzig Jahren etwas draußen war und ich Lust hatte, etwas Neues zu machen.

Aber warum ausgerechnet Lehrer?

Wieso werde ich das eigentlich immer gefragt (schmunzelt)? Ich habe mein Studium – Englisch, Sport und Geschichte – mit der Absicht begonnen, Lehrer zu werden, bin dann aber mehr oder weniger nebenbei in den Journalismus geschlittert und habe noch vor der Zwischenprüfung beschlossen, „nur“ den Magister zu machen. Doch ich habe während des Studiums lange als Tennistrainer gejobbt, später noch einen Lehrauftrag an der Universität Kiel und so immer viel mit jungen Menschen zu tun gehabt. Der Spaß am Unterrichten hat auf diese Weise also immer „geköchelt“.

Was bedeutet „nebenbei reingeschlittert“?

Neben dem Tennistraining habe ich als Student bei verschiedenen Tageszeitungen und Radiosendern in Hannover gejobbt und gemerkt, dass mir auch das viel Spaß macht. Journalist ist ein wirklich toller Beruf. Zuletzt hatte ich aber das Gefühl, alle Fragen gestellt und alle Sätze geschrieben zu haben. Ich wollte in meinem Berufsleben noch einmal etwas bewegen und denke, dass ich als Lehrer dazu die Möglichkeit habe. Mit etwas Verspätung bin ich nun also doch bei meinem ursprünglichen Berufswunsch gelandet.

Das Interview haben geführt: Alisha, Arne, Jan, Julian und Marie

Herr Bärmann als „Vlogger“ bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 © privat

 

Herr Bärmann in Kürze

Name:
Christian Bärmann

Fächer:
Englisch und Sport

An der IGS seit:
2018

Geboren in:
Oberhausen

Familie:
verheiratet, zwei Söhne

Hobbys:
Golf und Tennis

Lieblingsessen:
(fast) alles mit Nudeln

Lieblingsfilme:
„The Rock“, „Ferris Bueller’s Day Off“, „Four Weddings and a Funeral”, alles von Disney/Pixar

Lieblings-TV-Serien:
„24”, „Ally McBeal”, „Fawlty Towers”, „The Marvellous Mrs. Maisel”, „Game of Thrones”, „Sherlock”

Lieblingsbücher:
„Good Omens“ von Neil Gaiman & Terry Pratchett, „Fever Pitch“ von Nick Hornby, „Dave Barry slept here“ von Dave Barry und „A walk in the woods“ von Bill Bryson. 

Lieblingsbands/-sänger:
Abba, Phil Collins, Genesis, Coldplay, Justin Timberlake – und Smooth Jazz (von meiner Frau gerne mal als „Fahrstuhlmusik“ belächelt).

Lieblingsverein(e):
1. FC Köln, New England Patriots, Boston Celtics